Henri II.

Kaltnadelradierung auf Zink, 9x7,5 cm, Detail/Adaption: Portrait Henri II. Roi de France, zugeschrieben François Clouet, ca. 1559 –

„Das Kennzeichen eines Franzosen sei es, stets fröhlich und lebhaft zu sein" – für „verträumte, mürrische, verschlafene Kinder habe er keine Zeit". Diesen Ausspruch soll König François I. über seine Söhne Henri und François gemacht haben. Wohlgemerkt – nachdem diese, mit gerade einmal 7 und 8 Jahren, vier Jahre lang in Spanien unter ziemlich harschen Bedingungen als Geiseln festgehalten worden waren. Im Austausch für ihren Vater, der nach der Schlacht bei Pavia in spanische Gefangenschaft geraten war.
Jahre später rückte Henri durch den frühen Tod seines Bruders an die erste Stelle der Thronfolge. Aus geopolitischen Gründen verheiratete ihn sein Vater mit Katharina de Medici. Die Liebe seines Lebens war aber seine Mätresse, Diane de Poitiers - zwanzig Jahre älter als er.
Sport und Turniere waren eine weitere Leidenschaft – eine, die den mittlerweile vierzigjährigen König Henri II. das Leben kostete. Bei einem festlichen Turnier durchbohrte die Lanzenspitze seines Gegners sein Auge. Auch die besten Ärzte seiner Zeit konnten ihn nicht retten*; er starb zehn Tage später. Den Ausbruch der großen Religionskriege in Frankreich erlebte er nicht mehr.

Henri II. ist der erste Druck meiner „Fortune de France"-Serie. Angeregt durch die Buchserie von Robert Merle, entstehen Miniaturen der historischen Figuren, die Teil der Handlung sind.

* Ambroise Paré und seine Mitarbeiter gingen die Sache durchaus wissenschaftlich an: Mit den Köpfen von Hingerichteten versuchten sie den Schaden, der durch die Lanzenspitze im Kopf entstanden war nachzuvollziehen und mögliche Behandlungsansätze zu finden. Leider vergeblich. Die Obduktion durch Paré ergab starke Blutungen und einen beginnenden Hirnabszess als Todesursache.